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Das zweite Kapitel meines Buches

Kapitel 2 – Der Brief

 

Am nächsten Morgen wachte ich viel zu früh auf, um schon aufzu- stehen. Aber trotzdem stieg ich aus dem Bett und ging ins Badezimmer.

Dort zog ich mich aus und stellte mich unter die Dusche. So stand ich eine halbe Ewigkeit da, bis ich irgendwann ein komisches Geräusch hörte. Schnell schlüpfte ich aus der Dusche und schnappte mir ein Handtuch. Ob Mum um diese Uhrzeit schon wach war, dachte ich, es war doch Samstag. Mit dem Handtuch umgewickelt schlich ich leise aus dem Bad und horchte an der Schlafzimmertür meiner Mutter. Von dort kamen also diese komischen Geräusche, dachte ich und klopfte. Nichts passierte. Ich klopfte nochmal, immer noch nichts. Jetzt klopfte ich lauter und rief: "Mum, alles in Ordnung??" "Ja, Schätzchen, einen Moment!" ,rief meine Mutter. Ich wartete und hörte einen Plumps. Jetzt reichte es aber, dachte ich und riss die Tür auf. Und da stand meine Mum, nur in Unterwäsche und den Plumps, den ich gehört hatte, war dieser Piet gewesen, der jetzt auf dem Boden lag. Er war vom Bett gefallen. Mir stockte der Atem, was machte dieser Mann im Schlafzimmer meiner Mutter?? "Oh... Alea.. du bist schon wach." ,stotterte meine Mutter verlegen. Ich starrte meine Mutter ungläubig an. "Oh, guten Morgen Alea." ,sagte Piet, den das anscheinend überhaupt nicht gestört hatte, dass ich sie gerade beim S** erwischt hatte. "Mum." ,sagte ich und bemühte mich, dass meine Stimme dabei fest klang und es meine Verlegenheit überspielen konnte "ich glaube, du musst mir was erklären!!"

Und so kam es, dass meine Mutter, Piet und ich, nachdem wir uns alle angezogen hatten, am Küchentisch saßen und die beiden mir alles mögliche erzählten. Das sie schon länger zusammen seien und es ihnen leid tue, es mir nicht gesagt zu haben und so weiter. Ich erfuhr, dass er einen Sohn hatte, der ungefähr in meinem Alter war und auch auf die gleiche Schule ging wie ich. "Wie heißt dein Sohn denn?" ,fragte ich Piet, wir waren mittlerweile beim Du angekommen. "Johnathan." ,antwortete Piet freundlich und irgendwie fand ich ihn ganz sympathisch. Jonathan, dachte ich, ich kannte einen Jonathan, aber es war mit Sicherheit ein anderer. "Und mit Nachnamen?" ,fragte ich weiter. Jetzt wollte ich es doch genau wissen und Piet antwortete: "Er heißt Jonathan Harrison und ich Piet Harrison. Meine Frau und ich haben uns vor zwei Jahren getrennt und da bin ich mit meinem Sohn hierher gezogen. Deine Mutter und ich haben uns vor ca. einem Jahr bei einem Dorffest kennen gelernt." Oh man, dachte ich, ich kannte seinen Sohn und ich nahm mir für Montag vor, Johnathan zu fragen, ob er was von der Beziehung seines Vaters wusste. "Ich kenne deinen Sohn." ,hörte ich mich sagen "er ist bei mir im Sport- und Bio-Kurs, er ist ganz nett, aber ich hab ihn das erste mal, als wir uns unterhalten haben ganz schön angemeckert, weil ich nicht begeistern war von diesem neuen Dorf." "Das wird er schon überleben." ,lachte Piet und gab mir einen Klaps.

Nachdem wir uns nun schon 3 Stunden unterhalten hatten, schaute ich auf die Uhr. "Mist," , rief ich "es ist schon 13 Uhr und die Bücherei hat Samstags nur bis 15 Uhr offen; und ich brauche mindestens noch eine halbe Stunde um zu ihr zu kommen!" Schnell sprang ich auf, schnappte mir meine Tasche und rannte zur Tür. Ich wollte gerade die Tür öffnen, da hörte ich Piet rufen: "Heey Alea, warte mal, ich bringe dich hin, ich wohne da ganz in der Nähe und ich muss auch langsam mal nach Hause!" "Oh" ,sagte ich "Danke!!"

Piet folgte mir also aus der Tür und ich folgte ihm dann vorsichtig zu seinem kleinen Wagen. Er stieg ein und ich setzte mich auf den Beifahrersitz.

Die Fahrt verlief schweigend, aber wenigstens war ich nach nur 15 Minuten bei der Bücherei. "Danke" ,sagte ich zu Piet "aber du musst nicht auf mich warten, ich finde schon alleine zurück!" "Okay" ,antwortete Piet "Viel Spaß!" Und dann fuhr er weiter und ich betrat die Bücherei. "Mhmmm...!" ,machte ich und sah mich um, überall Bücher. Ich ging in die Abteilung der Romane und suchte nach dicken fetten Büchern.

Nach langem Suchen fand ich wonach ich suchte. Das Buch hieß >>Kuss im Mondschein<< und war eine Romanze. Es handelte von einem Mädchen, das sich in einen Jungen verliebte, den nur sie sehen kann, da er ein >>Geist<< ist und um wieder ein Mensch zu werden, muss sie ihn bis zu Vollmond geküsst haben....

Ich fand dieses Buch auf Anhieb toll und ging zur Kasse um mir dort einen Ausweis machen zu lassen und mir dieses Buch auszuleihen.

Mit dem Buch in der Tasche machte ich mich dann auf den Weg nach Hause. Ich schaute auf die Uhr schaute und merkte, dass es bereits 16:00 Uhr war. Plötzlich merkte ich, dass ich mich verlaufen hatte. So ein Mist, dachte ich und lief weiter. Kurz darauf fand ich mich in einem Park wieder und da das Wetter einigermaßen schön war, setzte ich mich auch eine Bank um zu verschnaufen. Ich holte das Buch heraus und begann zu lesen. Nach den ersten drei Seiten war ich so in dieses Buch vertieft, dass ich alles um mich herum vergaß.

Als ich wieder aufschaute, war es bereits dunkel und erschrocken schaute ich auf meine Uhr. Es war schon 18:30 Uhr und meine Mum machte sich bestimmt schon große Sorgen. Doch da ich immer noch nicht wusste wohin ich musste, lief ich in den nächst besten Laden: Eine Pizzeria. Ich ging zur Theke und fragte den Typ dahinter: "Hallo, ich habe eine Frage, weißt du wo es zur Bluestreet geht?" "Ja klar," ,sagte der Typ hinter der Theke "wenn du die Pizzeria verlässt, erst gerade aus und dann zweimal rechts und dann bist du schon da!" Ich bedankte mich und lief zur Tür. Als ich die Tür gerade öffnen wollte, ging sie schon von alleine auf und ich prallte gegen etwas und fiel nach hinten auf den Boden. "Hast du dir was getan?" ,fragte mich jemand und ich schaute auf. Was ich da sah konnte ich nicht glauben und ich schloss schnell meine Augen wieder. Es war bestimmt nur ein Traum, ich kniff meine Augen nocheinmal zusammen und schaute dann wieder auf. Doch es war kein Traum, er war es wirklich. Er war es, mit den wunderschönen eisblauen Augen und der sanften Stimme, ich hatte mich also nicht getäuscht. Ich schaute ihn an und merkte gar nicht, wie ich ihn anstarrte. "Ist mit dir alles okay?" ,fragte er wieder "ich bin es, Alessandro, wir sind im gleichen Spanisch Kurs!" Oha, er konnte sich sogar noch an mich erinnern, doch ich konnte immer noch nichts sagen, sondern saß immer noch auf dem Boden. Da sah ich, dass er mir seine Hand reichte und ich griff danach und er zog mich auf die Beine. "Danke." ,stotterte ich verlegen und hob meine Tasche vom Boden auf. Als ich mich wieder aufrichtete knallte ich schon wieder gegen Alessandro, da er so nah bei mir stand und ich es gar nicht bemerkt hatte. Zum Glück hielt er mich fest, sonst wäre ich wahrscheinlich wieder hingefallen. "Sorry" ,murmelte ich "ich muss jetzt aber auch mal nach Hause, meine Mum macht sich schon Sorgen." "Soll ich dich bringen?" ,fragte mich Alessandro und mir blieb das Herz stehen. "du siehst nicht so aus, als würdest du schon wieder zurechnungsfähig sein! Hallo Alea ??" Ich merkte wie er mich schüttelte aber mein Herz hatte immer noch nicht wieder eingesetzt. "Nein," ,japste ich "ich schaff das schon!" "Okay" ,sagte er und ließ mich los. Schnell schlüpfte ich aus der Tür und konnte endlich wieder richtig atmen und mein Herz fing wieder an zu schlagen. Mir viel es schwer mich auf den Nachhauseweg zu konzentrieren und am liebstem wollte ich wieder zurück zu ihm, doch meine Mum machte sich schon Sorgen, das war mir klar. Also lief ich schneller und schaffte es schließlich auch ohne mich zu verlaufen nach Hause. Ich schloss die Tür auf und wollte in mein Zimmer schleichen, doch meine Mum hatte mich schon gesehen. "Komm doch mal her Alea!" ,sagte sie und winkte mich zu sich. Ich ging zu ihr und setzte mich neben sie aufs Sofa. "Wo warst du solange?" "Ähmm.." ,sagte ich "hab mich verlaufen..!" "Mach das nicht nochmal, oder ruf wenigstens an.. ich bin gestorben vor Sorge." ,sagte meine Mum "Ach ja während du weg warst hat der Briefträger einen Brief für dich abgegeben, er liegt dort drüben auf dem Küchentisch. Er ist ziemlich schwer und es steht kein Absender drauf." "Okay," antwortete ich "danke Mum! Ich geh jetzt hoch!" Damit lief ich zum Küchentisch, schnappte mir den Brief und rannte hoch in mein Zimmer. Dort ließ ich mich erschöpft aufs Bett fallen und öffnete vorsichtig den Brief.

Als erstes fischte ich mir den Brief aus dem Umschlag und las:

Liebe Schwester !!

Na meine Kleine, wie geht es dir? Ich hoffe doch du gehst da in dem "Regen-Dorf" nicht unter. Wir vermissen dich hier alle total, aber am meisten Dad. Da ich ja jetzt studiere und nicht mehr zu Hause wohne, ist er dort ganz alleine. Ich bemühe mich aber, ihn jeden Tag zu besuchen. Sonst geht es uns gut..

Habe mich gerade neu verliebt.. sie heißt Thea.. süß oder? Damit du weißt wie sie aussieht, habe ich dir ein Foto von ihr und mir beigelegt, eins von Dad und noch welche von deinen Freundinnen.

Ich lächelte, und holte die Fotos heraus. Süß sah mein Bruder aus mit seiner Thea. Und er hatte sich auch gar nicht verändert in den paar Tagen. Ich legte die Fotos zur Seite und las weiter.

Deine Freundinnen haben dir auch noch ein kleines Geschenk beigelegt, damit du sie nicht vergisst. Es ist ein kleiner Regenschirm- schlüsselanhänger.

Ich lachte, sowas konnte ja auch nur meinen verrückten Freundinnen einfallen...

Ich hoffe, du kommst uns in deinen nächsten Ferien besuchen und schreibst mir sobald wie möglich zurück. Eigentlich wollte ich dich ja anrufen, aber ich habe Mums Nummer leider verlegt. Wie geht es ihr eigentlich? Schick mir doch bitte noch ein Bild von dir mit und Mums Nummer. Ich freu mich schon, wenn wir uns wiedersehen!

In Liebe, dein Bruder Theo!

PS.: Meine neue Adresse: Seemannsstraße 13

12838 Berlin

Ach Theo, dachte ich, wie ich ihn vermisste.. Armer Dad, ganz alleine in der Wohnung. Er tat mir richtig leid, ich musste ihn so schnell wie möglich besuchen. Den Schlüsselanhänger, den meine Freundinnen mir geschenkt hatten, band ich an meinen Schlüssel und die Fotos stellte ich in Rahmen auf meine Komode.

Dann zog ich mein Schlafzeug an und ging ins Bad um mich zu waschen. Völlig erledigt und müde fiel ich ins Bett und beschloss, morgen früh den Brief an meinen Bruder zu schreiben.

Schnell schlief ich ein und hatte eine traumlose Nacht.

Am Sonntag morgen wurde ich erst um 11:00 Uhr wach und verschlafen ging ich in die Küche, wo ich wie zu erwarten Piet und meine Mutter vorfand. Sie saßen am Küchentisch und frühstückten. Als ich hereinkam begrüßten sie mich und meine Mum gab mir ein Brötchen. "Von wem war der Brief, den du gestern bekommen hast?" ,fragte meine Mutter. "Von Theo." ,antwortete ich mit vollem Mund. "Ich schreib ihm gleich auch direkt zurück. Er möchte, dass ich in den nächsten Ferien ihn und Dad besuchen komme und das werde ich auch machen, außer du hast was dagegen!" "Nein!!" ,sagte meine Mum "natürlich nicht.. euer Vater braucht dich!" Gut, dachte ich, das wäre schonmal geklärt. Ich aß mein Brötchen auf und holte dann ein Blatt Papier und einen Stift. Damit bewaffnet ging ich in den Garten, da die Sonne einigermaßen schien und setzte mich auf die Wiese und fing an, den Brief an meinen Bruder zu schreiben:

Lieber Theo!

Danke für deinen Brief. Mir geht es auch gut und ich bin auch noch nicht untergegangen hier. Im Moment ist das Wetter ganz okay. Ich vermisse euch auch alle ganz dolle! Sag Dad, ich komme auf jeden Fall in den nächsten Ferien.

Mum geht es auch soweit gut, sie hat einen neuen Freund, Piet, der hat einen Sohn, der ist auch auf meiner Schule. Habe auch schon nen paar nette Leute kennen gelernt, hatte aber noch nicht die Gelegenheit, mich richtig mit ihnen zu unterhalten.

Aber was ich dir unbedingt erzählen muss:

Ich glaube ich bin verliebt!! Er heißt Alessandro und ist glaub ich ein Jahr älter als ich, aber in meinem Spanishkurs. Er hat die wunderschönsten blauen Augen der Welt, die ich je gesehen habe und die berauschenste schöne Stimme. Es war Liebe auf den ersten Blick und immer wenn ich ihn sehe, was bis jetzt nicht oft vorkam, bekam ich keine Luft mehr. Das ist mir noch nie passiert. Aber ich weiß nicht, wie er fühlt und das ist das schlimmste daran!

Nahja genug von meiner Schwärmerei. Ich finde es toll, dass du eine Freundin hast, denn Thea ist echt hübsch, ihr passt sehr gut zusammen!!

Ach ja, Mums Nummer ist: 9882478 und wie ist deine Nummer von deiner Wohnung, die kenne ich ja noch nicht!

Ich werde die Tage wohl mal Dad anrufen um zu horchen, wie es ihm geht.

Ich vermisse euch alle soooo und freue mich euch bald wieder zu sehen.

Ganz Viele Liebe Grüße an alle

Deine Kleine Schwester Alea.

So, dachte ich, das war doch mal ein gutgelungener Brief. Ich lief ins Haus und holte einen Briefumschlag. Dann klebte ich eine Briefmarke drauf und schrieb die Adresse auf den Umschlag.

Als ich gerade mit dem Brief zur Tür raus wollte, rief meine Mutter aus der Küche: "ALEA!!!!! Wo willst du hin?" "Ähm." ,rief ich zurück "ich will den Brief an Theo einwerfen!" "Achso" ,antwortete meine Mutter "Dann mach das mal, aber verlauf dich nicht wieder, der Briefkasten ist hier direkt an der Ecke der Straße., den kannst du gar nicht verfehlen!" "Keine Panik Mum" sagte ich lachend "so schlimm ist es noch nicht mit mir!"

Bevor sie nun noch mehr sagen konnte lief ich schnell aus der Tür und schlug sie hinter mir zu.

Ohne Probleme fand ich den Briefkasten und warf den Brief ein. Dann ging ich wieder ins Haus, damit Mum sich keine Sorgen machte. Da es erst 13:00 Uhr war und ich nicht wusste, was ich machen sollte, ging ich mit meiner Mum und Piet ein wenig spazieren.

Als wir abends wiederkamen, ging ich früh ins Bett, da morgen Schule war und ich so wieso nur Langeweile hatte.

Schnell schlief ich ein und begann zu träumen.

 

 


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